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Mazedonisch oder „Nordmazedonisch“ – wie heißt die Sprache jetzt richtig?

Oft werde ich gefragt, ob es die Sprache Mazedonisch noch gebe, es heiße jetzt doch „Nordmazedonisch“?

Die Sprache, die in der Republik Nord-Mazedonien bzw. Republik Nord-Makedonien gesprochen wird, heißt unverändert Mazedonisch bzw. Makedonisch (auf Mazedonisch heißt es „makedonski“). Eine Sprache „Nordmazedonisch“ gibt es nicht.

Am 12. Februar 2019 trat das Prespa-Abkommen in Kraft. Damit wurde die Republik Mazedonien in Republik Nord-Mazedonien umbenannt. Das Abkommen trifft auch eine Regelung zur Sprache. Artikel 1 Absatz 3 Buchstabe c) in Verbindung mit Artikel 7 Absatz 3 schreibt fest, dass die mazedonische Sprache die offizielle Sprache der Republik Nord-Mazedonien ist.

Was darf neben der Sprache noch als „mazedonisch“ bezeichnet werden?

Fast alles, das einen Bezug zur Republik Nord-Mazedonien hat, darf grundsätzlich als „mazedonisch“ bezeichnet werden.

Das Prespa-Abkommen macht in Artikel 1 Absatz 3 Buchstabe f) folgende Einschränkung: Im „Verweis auf den Staat, seine offiziellen Organe und andere Einrichtungen“ lautet die „adjektivierende Verwendung“ des offiziellen Staatsnamens Republik Nord-Mazedonien „der Republik Nord-Mazedonien“ oder „von Nord-Mazedonien“ (niemals „nordmazedonisch“). Es muss also lauten: „die Regierung der Republik Nord-Mazedonien“; die Bezeichnung „die mazedonische Regierung“ würde gegen das Prespa-Abkommen verstoßen.

In jedem anderen Kontext ist die Verwendung von „mazedonisch“ aber ausdrücklich zulässig. Dies ergibt sich aus Artikel 7 Absatz 3, der regelt, was im Zusammenhang mit der Republik Nord-Mazedonien neben der Sprache noch mit „mazedonisch“ bezeichnet werden darf:

„Wenn auf die Zweite Partei [Republik Nord-Mazedonien] Bezug genommen wird, bezeichnen diese Begriffe [Mazedonien, mazedonisch] ihr Territorium, ihre Sprache, ihr Volk und ihre Merkmale, mit ihrer eigenen Geschichte, Kultur und ihrem eigenen Erbe, die sich deutlich von den in Artikel 7 Absatz 2* genannten unterscheiden.“

Daraus folgt auch, dass kein Bedarf für ein Adjektiv wie „nordmazedonisch“ besteht. Es heißt also: mazedonisches Essen, mazedonischer Wein, mazedonische Musik, mazedonische Berge.

Auch die Staatsangehörigkeit der Bürger der Republik Nord-Mazedonien darf also weiterhin mit mazedonisch bezeichnet werden, Artikel 1 Absatz 3 Buchstabe b) in Verbindung mit Artikel 7 Absatz 4.

Darum spreche und schreibe ich immer noch auf Mazedonisch, dolmetsche und übersetze für Sie immer noch ins Mazedonische und aus dem Mazedonischen.

Das Prespa-Abkommen ist nach dem Ort der Unterzeichnung, dem Prespasee benannt.

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* Der Vollständigkeit halber führe ich auch meine Übersetzung von Artikel 7 Absatz 2 des Prespa-Abkommens an, auf den in oben genanntem Artikel 7 Absatz 3 Bezug genommen wird:

„Wenn auf die Erste Partei [Hellenische Republik] Bezug genommen wird, bezeichnen diese Begriffe [Mazedonien, mazedonisch] nicht nur das Gebiet und die Menschen der nördlichen Region der Ersten Partei, sondern auch ihre Merkmale sowie die hellenische Zivilisation, Geschichte, Kultur und das Erbe dieser Region von der Antike bis zur Gegenwart.“